Unterrichtsplanungskompetenz in und für Bildung in der digitalen Welt (Digi-UPK)
Das Ziel des Projekts ist die Exploration der spezifischen Anforderungen an die Planung von Unterricht für Bildung in der digitalen Welt
Die digitale Transformation stellt Lehrpersonen sowohl bei der inhaltlichen als auch der didaktisch-methodischen Gestaltung von Unterricht vor neue Herausforderungen. In diesem Projekt wird zunächst exploriert, wie Lehrpersonen in ihren Unterrichtsplanungen auf diese Herausforderungen reagieren und wo sie gezielt Unterstützung brauchen bzw. wünschen. Daran anschließend werden Empfehlungen abgeleitet, wie die Unterrichtsplanungskompetenz in und für Bildung in der digitalen Welt gefördert werden kann.
Forschungsbeitrag ECER 2026
PD Dr. habil. Susanne Miesera nimmt an der internationalen Konferenz ECER Tampere 2026 teil. Vorgestellt werden Forschungsergebnisse aus dem Projekt KoKon, das sich mit der fachspezifischen Lehrkräftefortbildung in der beruflichen Bildung beschäftigt: Digitale Transformation in Dienstleistungsberufen – Professionalisierung von Lehrkräften
Die digitale Transformation stellt eine Herausforderung für die europäische Gesellschaft dar. Sie verändert die Berufswelt in hohem Tempo und wirkt sich auf sämtliche Branchen aus. Dienstleistungsberufe wie das Hotel- und Gaststättengewerbe stehen dabei vor Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, einer hohen sprachlichen Vielfalt unter den Beschäftigten sowie einem starken Digitalisierungsschub seit der Covid-19-Pandemie. Vernetzte Küchensysteme, Robotik sowie der Einsatz von (KI-gestützter) Datenanalyse für personalisierte Angebote haben weitreichende Auswirkungen auf alle Bereiche personenbezogener Dienstleistungen in der Lebensmittelbranche (Demary & Goecke, 2021; Heindl et al., 2025).
Die Integration digitaler Werkzeuge und Technologien verändert traditionelle Arbeitsweisen und Prozesse und damit auch die Kompetenzprofile von Fachkräften. Die Dynamik der Digitalisierung stellt die berufliche Bildung somit vor weitere Entwicklungsaufgaben in den Bereichen der persönlichen und unterrichtsbezogenen Weiterentwicklung. Die Integration digitaler Technologien in Unternehmen erfordert angepasste Lehr-Lern-Szenarien in Einrichtungen der beruflichen Bildung. Um Transformationsprozesse vermitteln zu können, benötigen Lehrkräfte geeignete Kompetenzen, um die sich wandelnde Berufswelt zu reflektieren.
Im Hinblick auf die Integration digitaler Technologien in der Arbeitswelt erfordert die Professionalisierung von Lehrkräften an beruflichen Schulen insbesondere die Förderung praxisbezogener Kompetenzen zur Gestaltung von Unterrichtsszenarien. Die notwendige Professionalisierung umfasst sowohl den Einsatz und die Gestaltung digitaler Arbeits- und Medientechnologien als auch ein Bewusstsein für Datenmanagement und Datenschutz (Miesera, 2021). Ebenso sind angepasste Lehr-Lern-Szenarien an beruflichen Schulen erforderlich, um aktuelle Veränderungen der Berufswelt im Unterricht aufzugreifen und erweiterte Kompetenzprofile zu fördern. Studien zeigen einen Bedarf bei beruflichem Bildungspersonal, die eigenen professionellen Kompetenzen weiterzuentwickeln; zugleich stehen bislang nur wenige fachspezifische Fortbildungsangebote zur Verfügung (Kastrup & Brutzer, 2021).
Dieses Forschungsprojekt ist Teil des Projektverbunds „KoKon“ (lernen:digital). Im Rahmen des Projekts werden Fortbildungsmodule entwickelt, die die professionelle Kompetenzentwicklung von Lehrkräften fördern. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Fortbildungen zur Gestaltung digital unterstützten Unterrichts, vor allem in den Bereichen digitale Transformation und digitale Mediendidaktik. Ziel ist es, Lehrkräfte für die Anforderungen des digitalen Wandels im jeweiligen Berufsfeld zu sensibilisieren und ihre Kompetenzen im wirksamen Einsatz digitaler Medien für Lernprozesse zu stärken.
Durch berufsfeldspezifische sowie berufsfeldübergreifende Kooperationen werden Unterrichts- und Personalentwicklung an beruflichen Schulen nachhaltig gefördert. Dadurch wird die professionelle Entwicklung kollaborativer und feedbackbasierter Problemlösungsstrategien von Lehrkräften unterstützt.
Die evidenzbasierten Lehrkräftefortbildungen der Technischen Universität München orientieren sich an den Kompetenzbereichen des europäischen DigCompEdu-Rahmens (Redecker, 2017), am weiterentwickelten DigCompEduObserve (Özsoy et al., 2024) sowie an den Klassifikationskategorien für die berufliche Bildung in der digitalen Transformation nach Wittmann und Weyland (2020).
Die Forschungsfrage „Welche Wirkung können Lehrkräftefortbildungen an beruflichen Schulen mit dem Schwerpunkt Hotel- und Gaststättengewerbe entfalten?“ richtet den Fokus auf das Wissen, die Einstellungen und die Selbstwirksamkeit von Lehrkräften im Hinblick auf digitale Medien im Unterricht sowie auf ihre Fähigkeit, berufsfeldbezogene digitale Technologien in den Unterricht zu integrieren.
Ziel ist es, dass Lehrkräfte ein vertieftes Verständnis für digitale Mediendidaktik und die digitale Transformation im jeweiligen Berufsfeld entwickeln und ihre Fähigkeit stärken, Unterricht auf curricularer Ebene weiterzuentwickeln und kritisch zu reflektieren. Vorgestellt werden die Ergebnisse der Untersuchung zu den durchgeführten Fortbildungen. Darüber hinaus werden die daraus resultierenden Implikationen für eine evidenzbasierte Lehrkräftefortbildung diskutiert.
Inklusionsforschung im internationalen Vergleich Deutschland-Österreich
Weltweit entwickeln sich Schuleinrichtungen zu inklusiven Systemen. Basierend auf international gültigen Vorgaben und länderspezifischen gesetzlichen Regelungen implementieren Bildungseinrichtungen inklusionsorientierte Lehrveranstaltungen in die Lehrer*innenbildung. Aufbauend auf der internationalen Untersuchung 2015-2016 in Manitoba (Kanada) und Bayern (Deutschland) wurde das Forschungsinstrument zu Einstellungen, Erfahrungen und Selbstwirksamkeit im Hinblick auf Inklusion 2018-2019 in Österreich an Pädagogischen Hochschulen und in Bayern am Studienseminar für das Lehramt an beruflichen Schulen validiert. Die verschiedenen Ansätze bei der Implementierung einer inklusiven Lehrkräftebildung für berufliche Schulen werfen die Fragen der Vergleichbarkeit der Länder auf. Ziel der aktuellen Studie ist es, die Ausbildung der Lehrkräfte mit dem Fokus auf dem Zusammenhang zwischen Einstellungen, Erfahrungen und Selbstwirksamkeit gegenüber Inklusion zu untersuchen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist für 2020 geplant.
Literatur: https://www.edu.tum.de/fdeh/publikationen/wissenschaftliche-artikel/
Forschungsbeitrag ISEC 2021
Dr. Susanne Miesera ist mit Prof. Dr. Jacqueline Specht und Prof. Dr. Donna McGhie-Richmond auf der internationalen Tagung " Inclusive and Supportive Education Conference (ISEC) vom 3. bis 5. August 2021 in London (online) vertreten. Vorgestellt werden die Forschungsergebnisse einer internationalen Kooperation mit den kanadischen Universitäten; Western University London (Prof. Dr. Jacqueline Specht) und University of Victoria, Vancouver Island (Prof. Dr. Donna McGhie-Richmond), die sich mit Überzeugungen von angehenden Lehrkräften zu inklusivem Unterrichten im internationalen Vergleich befasst. Eine qualitative Untersuchung mit concept maps, stellt die Erfahrungen angehender Lehrkräfte vor, die zur Entwicklung der Unterrichtspraxis von Lehrkräften am Ende ihrer jeweiligen Lehrerausbildungsprogramme in Deutschland und Kanada beigetragen haben.


