Nutzung von Science Centern und Museen als ergänzende Lernorte im naturwissenschaftlichen Unterricht

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektleitung:

Prof. Dr. Doris Lewalter

Mitarbeiter:

Dr. Claudia Geyer

Projektbeschreibung:

Ziele:
Ziel dieses von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten explorativen Forschungsvorhabens ist es einen Einblick in die Erfahrungen von Lehrkräften mit dem Einsatz von Museums- und Science Centerbesuchen zu bekommen. Dabei werden insbesondere motivationale Aspekte berücksichtigt.

Ausgehend von neueren pädagogisch-psychologischen Ansätzen zur Lernmotivation, der Naturwissenschaftsdidaktik sowie der Museumspädagogik soll untersucht werden, inwieweit das motivationsförderliche Potential, das Museen und Science Center aus theoretischer Sicht bieten, von den Lehrkräften im gymnasialen naturwissenschaftlichen Unterricht genutzt wird. Die zu erwartenden Befunde dienen der Vorbereitung eines weiterführenden Forschungsvorhabens zur Nutzung des Lernorts Museum für den naturwissenschaftlichen Unterricht.

Im Zentrum des Projekts stehen die folgenden Fragestellungen:

  • Nutzungshäufigkeit und subjektiv wahrgenommene Bedingungen für schulische Museums- und Science Center-Besuche bzw. für ihre Nichtnutzung
  • Angestrebte Zielstellungen, Gestaltung und unterrichtliche Einbindung sowie Erfahrungen hinsichtlich der Effektivität von Schulklassenbesuchen mit einem primären Fokus auf motivationale Aspekte
  • Wahrgenommene Schwierigkeiten und Verbesserungsvorschläge für die Durchführung von Museums- und Science Center-Besuchen im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts

 

Theoretischer Hintergrund:
Theoretische Basis des Forschungsvorhabens sind neuere pädagogisch-psychologische Theorien zur Lernmotivation (u.a. Deci & Ryan, 1985; Krapp, 2002; Lewalter, 2002), der Naturwissenschaftsdidaktik sowie der Museumspädagogik.

Förderung von Interessen stellt eine wichtige Zielsetzung naturwissenschaftlichen Unterrichts dar, die häufig jedoch nicht ausreichend umgesetzt werden kann. Vielmehr deuten die Forschungsergebnisse auf eine eher negative Interessenentwicklung im Verlauf der Schulzeit hin (Gräber, 1992; Häußler et al., 1998; Löwe, 1992). Museen und Science Center haben aus motivationstheoretischer Sicht das Potential positive kognitive und motivationale Prozesse und Wirkungen auszulösen (u.a. durch ihre vielfältige (Lern-) Zugänge, multiple Perspektiven, Medienvielfalt, Originalobjekte, Hands-On)(Fiesser, 2001; Haller, 2003).

Untersuchungen haben gezeigt, dass dieses Potential auch umgesetzt werden kann, wenn gewisse Rahmenbedingungen erfüllt sind (Rennie & McClafferty, 1995). Allerdings sind die bisherigen Forschungsbefunde hinsichtlich der konkreten Rahmenbedingungen und Gestaltungsaspekte von Museums und Science Center-Besuchen im Rahmen des Unterrichts sehr spärlich. Insbesondere die Sicht der Lehrkräfte wurde bislang kaum systematisch untersucht.

Methode:
Es werden im Umkreis von drei Prototypen unterschiedlicher Museums- und Science Centertypen ca. 1600 Gymnasiallehrkräfte der Fächer Physik, Chemie und Biologie für eine postalische Befragung angeschrieben. Der Fragebogen für Lehrkräfte kann Link für Dateidownload folgt hier heruntergeladen werden. Zur Vertiefung und Erweiterung der in der schriftlichen Befragung gewonnenen Befunde sollen mit ca. 60 Lehrkräften zusätzlich Einzelinterviews durchgeführt werden.

Ausgewählte Museen und Science Center

Die M/SC-Typen wurden so ausgewählt, dass prototypische Institutionen für die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich (vgl. Schaper-Rinkel, Giesecke & Bieber, 2001) vertreten sind.

Auf der Basis dieser Kriterien wurden die Einzugsbereiche folgender Häuser ausgewählt:

 

Ausgewählte Literaturhinweise:

  • Deci, E.L. & Ryan, R.M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39, 223-238.
  • Häußler, P., Bünder, W., Duit, R., Gräber, W. & Mayer, J. (1998). Naturwissenschaftsdidaktische Forschung – Perspektiven für die Unterrichtspraxis. Kiel: IPN.
  • Korte, S., Wennrich, C. & Zweck, A. (1997). Tendenzen der Science Center in den USA. Aktuelle Bestandsaufnahme. Düsseldorf: VDI-Technologiezentrum Physikalische Technologien.
  • Krapp, A. (1998). Entwicklung und Förderung von Interessen im Unterricht. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 44, 185-201.
  • Lewalter, D. (2002). Emotionales Erleben und Lernmotivation. Theoretische und empirische Ana­lysen des Zusammenhangs von Emotion und Motivation in pädagogischen Kontexten. Un­veröffentlichte Habilitationsschrift, Universität der Bundeswehr, München.
  • Lewalter, D. (2003). Besucherbefragung in der Pharmazieabteilung des Deutschen Museums München - Hinweise auf motivationale Effekte des Museumsbesuchs. In A. Noschka-Roos (Hrsg.) Besucherforschung im Museum: Instrumentarien zur Verbesserung der Ausstellungskommunikation. Band 4 der Reihe: Public Understanding of Science: Theorie und Praxis, des Deutschen Museum (S. 45-82).
  • Schaper-Rinkel, P., Giesecke, S. & Bieber, D. (2001). Science Center. Studie im Auftrag des BMBF. In VDI/VDE-Technologiezentrum (Hrsg.), ita. Innovations- und Technikanalysen (Bd. 1). Teltow: VDI Technologiezentrum.

Letzte Aktualisierung (Montag, 3. September 2007)