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Spannende Mathe-Aufgaben für die Motivation?

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Wenn Aufgaben in Mathe oder Physik zum Beispiel einen Lebensbezug haben und Schüler*innen zum selbstständigen Arbeiten anregen, kann das deren Motivation steigern. In ihrem neu erschienen Artikel untersuchen Prof. Doris Holzberger und ihre Kolleg*innen das Motivationspotential von Schulbuchaufgaben der 9. Klasse.

Matheaufgabe mit Stift
Bild: Unsplash/antoine dautry

„Eine Urne enthält 3 rote und 5 grüne Kugeln ...“ – Mathe- und Physikaufgaben können sehr verschieden gestaltet sein. Und das Wie macht einen Unterschied: Welches Potential in Schulbuchaufgaben steckt, um die Motivation von Schüler*innen zu fördern, das lotet eine aktuelle Studie mit Beteiligung von Prof. Doris Holzberger aus. Der wissenschaftliche Artikel ist jetzt in der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft erschienen.

Um zu ermitteln, wie Aufgaben zur Motivation von Schüler*innen beitragen können, haben die Forschenden aktuelle Schulbuchaufgaben der 9. Klasse in den Fächern Mathematik und Physik analysiert. Dabei haben sie ein Schema erarbeitet, das das Motivationspotenzial von Aufgaben anhand von Kriterien bestimmen soll. Unter anderem fragten die Forschenden: Inwieweit fördern die Aufgaben die einzelnen Schüler*innen individuell (innere Differenzierung)? Welchen Bezug haben sie zu deren Lebenswelt? Regen die Aufgaben die Jugendlichen dazu an, selbstständig und in eigenem Tempo zu lernen (Autonomieunterstützung)?

Die durchgeführte Studie belegt nicht nur, dass die gezielte Gestaltung der Aufgaben anhand der untersuchten Kriterien die Motivation der Schüler*innen beeinflusst, sondern fand auch heraus, dass sich in den untersuchten Aufgaben eher wenig Merkmale finden, um die Schüler*innen zu motivieren. Hier besteht also noch großes Potential bei der Gestaltung von Aufgaben.

Ziel der Forschenden ist es, mit dem von ihnen entwickelten Schema eine Möglichkeit zu schaffen, Schulbuchaufgaben zu optimieren und damit zu einer motivierenden Unterrichtsgestaltung beizutragen.

Studie und Artikel sind unter der Federführung von Anna Heinle, Bildungsforscherin am Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien, entstanden.

Zum wissenschaftlichen Artikel „Supporting student motivation in class: the motivational potential of tasks“.