News

Geschlechterunterschiede im Bildungskontext – Wie Lehrkräfte und Schulen sie abbauen können

News |

Überwiegend Männer in MINT-Berufen, ungenutztes Potential, Lohnungleichheit – das alles sind Konsequenzen von Geschlechterklischees. Unsere neu veröffentlichte Studie zeigt: Lehrkräfte und Schulen können Motivation und Interesse von Schüler*innen gezielt fördern und haben so das Potential, Geschlechterunterschiede abzubauen. Lehrkräfte finden in unserem Themenheft Impulse zum Thema für den Unterricht.

Junge und Mädchen bauen ein ferngesteuertes Auto.
Bild: Shutterstock/Insta_photos

Haben Jungen mehr Interesse an Mathematik? Sind Mädchen motivierter im Lesen? Studien belegen: Je nach Geschlecht zeigen Schüler*innen Unterschiede in Interesse, Motivation und Berufsplänen. Doch warum ist das so? Und wie können Lehrkräfte und Schulen Ihre Schüler*innen dabei unterstützen, unabhängig von ihrem Geschlecht ihr volles Potential auszuschöpfen? Damit haben sich Kaley Lesperance und Prof. Doris Holzberger gemeinsam mit einem Team von Forschenden in ihrer neuesten Studie zu Geschlechterunterschieden im Bildungskontext beschäftigt.

Die bisherige Forschung zeigt, dass nach wie vor besonders Mädchen in MINT-Fächern benachteiligt sind. Was Maßnahmen in MINT-Fächern angeht, die Motivation und Interesse fördern, scheinen sie damit aber auch die großen Gewinnerinnen zu sein. Denn die ausgewerteten Daten deuten darauf hin, dass besonders das benachteiligte Geschlecht im jeweiligen Fach profitieren kann. „Mit unseren Forschungsergebnissen hoffen wir, Lehrkräften und Schulen Türen zu öffnen, damit sie Strategien für den Unterricht entwickeln können, die zum Abbau von Geschlechterunterschieden beitragen“, so Kaley Lesperance, die die Studie maßgeblich durchgeführt hat.

Auch früh Maßnahmen zu ergreifen, scheint sich sich auszuzahlen: Regen Lehrkräfte also bereits jüngere Kinder dazu an, Rollenklischees zu hinterfragen, kann das besonders positive Auswirkungen auf ihre Motivation und ihr Interesse haben. Grundsätzlich zeigen Maßnahmen aber bei Schüler*innen jeden Alters – und jeden Geschlechts – Wirkung. Kinder und Jugendliche messen einem Fach außerdem einen höheren Wert bei, wenn sie wissen, inwiefern das Gelernte für ihr späteres Leben nützlich ist. Auch hier können Maßnahmen im Unterricht ansetzen.

Für Lehrkräfte und Schulen heißt das: Es lohnt sich, Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht stets im Blick zu haben. Denn – das zeigt unsere Forschungssynthese – Unterricht kann Schüler*innen dazu anregen, Rollenzuschreibungen zu hinterfragen. Er kann ein Baustein sein, allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrem Geschlecht, die Tür zu verschieden Berufswegen zu öffnen. Zudem profitieren von Maßnahmen zur Steigerung von Motivation und Interesse schlussendlich die ganze Klasse.

Themenheft für Lehrkräfte kostenlos downloaden.

Zum wissenschaftlichen Artikel „Reducing gender differences in student motivational-affective factors: A meta-analysis of school-based interventions.